Pikettdienst heisst: Mitarbeitende sind ausserhalb ihrer normalen Arbeitszeit erreichbar und rücken aus, wenn etwas passiert, etwa ein Serverausfall, ein Wasserschaden oder ein Notfall in der Spitex. Gearbeitet wird nur im Einsatz, die übrige Zeit gehört der Person, solange sie erreichbar bleibt. Gut geplant ist Pikett, wenn alle ihren Plan Wochen im Voraus kennen, die Last gleich verteilt ist und jeder Einsatz mit Uhrzeit festgehalten wird. Hier lesen Sie, wie das in einem kleinen Team aussieht.
Was Pikettdienst heisst
Drei Begriffe werden oft verwechselt. Der Unterschied liegt darin, wo die Person ist und wann sie arbeitet:
| Begriff | Wo ist die Person? | Wann arbeitet sie? |
|---|---|---|
| Pikettdienst | Zu Hause oder unterwegs, erreichbar | Nur im Einsatz |
| Bereitschaft im Betrieb | Vor Ort, etwa im Bereitschaftszimmer | Bei Bedarf, sonst ruht sie |
| Arbeit auf Abruf | Wo sie will, ohne feste Einsätze | Wenn der Betrieb sie für eine Schicht aufbietet |
Pikett läuft also neben dem normalen Schichtplan her. In Deutschland heisst dasselbe meist Rufbereitschaft; wie deutsche Betriebe sie planen, zeigt der Artikel Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft.
Ob und wie Pikettzeit angerechnet und entschädigt wird und wie oft jemand Pikett haben darf, regeln Arbeitsvertrag, Personalreglement oder GAV. Klären Sie das mit dem Team und der Lohnbuchhaltung, bevor der erste Pikettplan erscheint.
Die Interventionszeit bestimmt den Plan
Die wichtigste Zahl im Pikettdienst ist die Interventionszeit: wie schnell die Person nach dem Anruf am Einsatzort sein muss. Sie entscheidet, wer überhaupt Pikett machen kann.
- Fernzugriff genügt, etwa im IT-Support: Laptop und Netz reichen, die Person kann zu Hause bleiben oder Freunde besuchen.
- 60 Minuten bis vor Ort, etwa in der Hauswartung in Basel: Wer 50 Kilometer entfernt wohnt, schafft das nur knapp. Planen Sie Wohnort und Fahrzeug mit ein.
- 15 bis 30 Minuten, etwa in der Spitex nachts: Die Person bleibt praktisch in der Nähe, ihre Freizeit ist stark eingeschränkt. Bei der Verteilung sollte hier jede Pikettnacht doppelt zählen.
Schreiben Sie die Interventionszeit in den Plan oder an den Anfang der Pikettliste. Wer neu im Team ist, weiss so von Anfang an, was Pikett bei Ihnen bedeutet.
Pikettplan für ein kleines Team: Beispiel aus Zürich
Ein IT-Dienstleister in Zürich betreut Kunden auch nachts und am Wochenende. Fünf Mitarbeitende teilen sich das Pikett im Wochenrhythmus von Montag 8:00 Uhr bis zum nächsten Montag 8:00 Uhr, ausserhalb der Bürozeiten. Stellvertretung ist jeweils, wer in der Woche danach Pikett hat:
| Woche | Pikett | Stellvertretung |
|---|---|---|
| KW 1 | Nina | Luca |
| KW 2 | Luca | Sara |
| KW 3 | Sara | Reto |
| KW 4 | Reto | Elif |
| KW 5 | Elif | Nina |
Mit fünf Personen hat jede alle fünf Wochen Pikett, im Jahr gut zehn Wochen. Bei drei Personen wäre es jede dritte Woche, gut 17 Wochen im Jahr, und jede Ferienabwesenheit bringt den Plan ins Wanken. Unter vier Personen lohnt es sich, das Pikett mit einem anderen Team oder Standort zu teilen.
Eine Spitex in Bern mit kurzer Interventionszeit macht es anders: Unter der Woche wechselt das Nachtpikett täglich, das Wochenende von Freitagabend bis Montagmorgen ist ein Block. So hat niemand eine ganze Woche mit eingeschränkter Freizeit, dafür gibt es mehr Übergaben.