Bereitschaftsdienst heißt: Jemand aus dem Team ist außerhalb der normalen Schicht einsatzbereit und arbeitet nur, wenn etwas passiert. Bei der Rufbereitschaft ist die Person zu Hause oder unterwegs und nur erreichbar, beim Bereitschaftsdienst wartet sie an einem Ort, den der Betrieb bestimmt. Damit das nicht immer an denselben zwei Leuten hängen bleibt, braucht es feste Regeln, eine Rotation und eine saubere Erfassung der Einsätze. Hier lesen Sie, wie Sie das im Dienstplan aufsetzen.
Sie suchen den ärztlichen Bereitschaftsdienst? In Deutschland erreichen Sie ihn außerhalb der Sprechzeiten unter der Telefonnummer 116 117, in lebensbedrohlichen Notfällen gilt die 112. Dieser Ratgeber richtet sich an Betriebe, die Bereitschaft für ihr eigenes Team planen.
Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft: der Unterschied
Im Alltag werden drei Formen vermischt. Der Unterschied liegt darin, wo sich die Person aufhält und wie schnell sie arbeiten muss:
| Form | Wo ist die Person? | Beispiel |
|---|---|---|
| Arbeitsbereitschaft | Am Arbeitsplatz, wach und aufmerksam, greift selbst ein | Nachtportier an der Hotelrezeption |
| Bereitschaftsdienst | An einem Ort, den der Betrieb festlegt, darf ruhen | Nachtbereitschaft in einer Wohngruppe, Einsatzleitung im Sicherheitsdienst |
| Rufbereitschaft | Wo sie will, muss aber erreichbar und in vereinbarter Zeit vor Ort sein | Instandhaltung im Werk, ambulanter Pflegedienst nachts, IT-Support am Wochenende |
Was davon als Arbeitszeit zählt und wie es bezahlt wird, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Klären Sie das mit dem Team und der Lohnabrechnung, bevor der erste Dienst im Plan steht. Für die Planung selbst ist die Frage zweitrangig: Jede der drei Formen braucht einen Namen im Dienstplan, eine Reihenfolge und eine Erfassung.
Diese fünf Punkte legen Sie vorher fest
- Zeitraum. Von wann bis wann gilt ein Dienst? Üblich sind Nächte (etwa 18:00 bis 7:00 Uhr), Wochenenden (Freitag 18:00 bis Montag 7:00 Uhr) oder ganze Wochen.
- Reaktionszeit. Wie schnell muss die Person am Telefon sein, wie schnell vor Ort? 15 Minuten bis zum Rückruf und 45 Minuten bis zur Ankunft sind andere Anforderungen als „irgendwann am Morgen“.
- Was ein Einsatz ist. Ein Anruf mit Rat am Telefon, eine Fernwartung, eine Fahrt in den Betrieb? Schreiben Sie auf, ab wann es als Einsatz gilt und notiert wird.
- Wer ruft an. Eine feste Nummer oder eine feste Reihenfolge: zuerst die Person im Dienst, dann die Vertretung, dann die Teamleitung.
- Ausgleich und Geld. Pauschale je Dienst, Bezahlung der Einsätze, Freizeit nach einer langen Nacht: Halten Sie die Regel schriftlich fest, damit alle gleich behandelt werden.
Rotation planen: ein Beispiel mit vier Personen
Die Instandhaltung eines kleinen Werks hat vier Techniker. Die Anlagen laufen auch nachts, also braucht es Rufbereitschaft an jedem Tag von 16:00 bis 7:00 Uhr. Am einfachsten ist eine Wochenrotation: Jeder übernimmt eine ganze Woche von Montag bis Montag, die nächste Person auf der Liste ist Vertretung.
| Woche | Rufbereitschaft | Vertretung |
|---|---|---|
| KW 1 | Jonas | Mehmet |
| KW 2 | Mehmet | Lena |
| KW 3 | Lena | Paul |
| KW 4 | Paul | Jonas |
Bei vier Personen hat jede alle vier Wochen Dienst, im Jahr also 13 Wochen. Mit drei Personen wären es schon gut 17 Wochen, also jede dritte Woche. Daraus folgt die erste Regel: Unter vier Personen wird Rufbereitschaft auf Dauer zur Belastung. Holen Sie dann jemanden aus einem anderen Bereich oder Standort dazu.
Die Alternative ist der Tageswechsel, etwa in einem ambulanten Pflegedienst mit fünf Fachkräften: Montag bis Donnerstag wechselt die Nacht täglich, das Wochenende von Freitag bis Sonntag ist ein Block. Jede Person hat dann im Schnitt knapp eine Nacht pro Woche und jedes fünfte Wochenende.
- Wochenblock: wenige Übergaben, klar für alle, aber eine Woche mit eingeschränkter Freizeit am Stück.
- Tageswechsel: die Last ist verteilt, dafür mehr Übergaben und mehr Tausch.
- Wochenende als eigener Block: passt zu beiden Modellen und verteilt die begehrtesten freien Tage sichtbar fair.
Wer Bereitschaft mit einem Schichtmodell kombiniert, findet die Grundlagen im Artikel Schichtarbeit: Schichtmodelle erklärt. Wie zwei lange Schichten rund um die Uhr abdecken, zeigt der Artikel 12-Stunden-Schicht im Team planen.