Eine 12-Stunden-Schicht teilt den Tag in zwei Hälften, meist 6 bis 18 und 18 bis 6 Uhr oder 7 bis 19 und 19 bis 7 Uhr. Das bedeutet eine Übergabe weniger pro Tag und mehr ganze freie Tage für das Team, dafür ist jeder einzelne Dienst lang. Hier finden Sie die Rhythmen, die sich in der Praxis bewährt haben, jeweils mit den Stunden, die jede Gruppe im Schnitt arbeitet.
Wo 12-Stunden-Schichten üblich sind
Typisch sind Betriebe, die rund um die Uhr besetzt sein müssen und bei denen jede Übergabe ein Risiko ist: Rettungswachen, Sicherheitsdienste und Pforten, Leitstellen, Industrieanlagen im Kontibetrieb, Klinikstationen. Auch Läden und Restaurants mit langen Öffnungszeiten setzen 12-Stunden-Dienste ein, dann allerdings nur tagsüber.
Bevor Sie umstellen, klären Sie mit Ihrer Personalabteilung oder einer Beratung, welche Regeln zu Arbeitszeit und Pausen in Ihrem Betrieb gelten. Dieser Artikel behandelt nur die Planung.
Die Grundrechnung
Eine Stelle, die rund um die Uhr besetzt ist, braucht zwei Dienste zu zwölf Stunden pro Tag, also 168 Stunden pro Woche. Verteilt auf die Gruppen:
| Gruppen | Stunden je Gruppe und Woche | 12-Stunden-Dienste pro Woche |
|---|---|---|
| 3 | 56 | 4,7 |
| 4 | 42 | 3,5 |
| 5 | 33,6 | 2,8 |
Vier Gruppen sind der Normalfall. Ziehen Sie unbezahlte Pausen ab, bevor Sie die Wochenstunden mit dem Arbeitsvertrag vergleichen: Bei einer Stunde Pause pro Dienst bleiben 11 bezahlte Stunden, also 3,5 × 11 = 38,5 Stunden pro Woche.
Modell 1: 2-2-3
Der 2-2-3-Rhythmus, auch Panama-Modell genannt, dauert 14 Tage: zwei Tage Dienst, zwei frei, drei Tage Dienst, in der zweiten Woche genau umgekehrt. Zwei Gruppen teilen sich die Tagdienste, zwei die Nachtdienste (T = Tag, N = Nacht):
| Gruppe | Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A, Woche 1 | T | T | frei | frei | T | T | T |
| B, Woche 1 | frei | frei | T | T | frei | frei | frei |
| C, Woche 1 | N | N | frei | frei | N | N | N |
| D, Woche 1 | frei | frei | N | N | frei | frei | frei |
| A, Woche 2 | frei | frei | T | T | frei | frei | frei |
| B, Woche 2 | T | T | frei | frei | T | T | T |
| C, Woche 2 | frei | frei | N | N | frei | frei | frei |
| D, Woche 2 | N | N | frei | frei | N | N | N |
Jede Gruppe hat sieben Dienste in 14 Tagen, das sind 84 Stunden oder 42 Stunden pro Woche. Der große Vorteil: Jedes zweite Wochenende ist von Freitag bis Sonntag frei. Der Nachteil: Wer in der Nachtgruppe ist, arbeitet immer nachts. Viele Betriebe tauschen Tag- und Nachtgruppen deshalb alle paar Wochen.
Modell 2: zwei Tage, zwei Nächte, vier frei
Dieser Rhythmus dauert acht Tage, und jede der vier Gruppen hat Tag- und Nachtdienste:
| Gruppe | Tag 1 | Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5 | Tag 6 | Tag 7 | Tag 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | T | T | N | N | frei | frei | frei | frei |
| B | frei | frei | T | T | N | N | frei | frei |
| C | frei | frei | frei | frei | T | T | N | N |
| D | N | N | frei | frei | frei | frei | T | T |
Vier Dienste in acht Tagen ergeben 48 Stunden, im Schnitt wieder 42 pro Woche. Ein Punkt, der im Gespräch mit dem Team oft untergeht: Der erste der vier freien Tage beginnt morgens nach der zweiten Nacht und wird größtenteils verschlafen. Gefühlt sind es drei freie Tage, und so sollten Sie es auch ankündigen.
Eine Variante mit festen Tag- und Nachtgruppen: vier Dienste am Stück, danach vier freie Tage. Die Stunden sind dieselben, die freien Blöcke länger.