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Leitfaden2. Oktober 2026·7 Min. Lesezeit

Kontischicht: Vollkonti mit 4 oder 5 Gruppen, Plan und Stunden

Ein Betrieb, der nie stillsteht, braucht 168 besetzte Stunden pro Woche. Wie viele Gruppen dafür nötig sind, wie der Rhythmus aussieht und was jede Gruppe im Schnitt arbeitet.

Leitfaden

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InShift
Veröffentlicht
2. Oktober 2026
Lesezeit
7 Min. Lesezeit
InShift
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Kontischicht, kurz für kontinuierliche Schicht und oft Vollkonti genannt, heißt: Der Betrieb läuft 24 Stunden an 7 Tagen, auch an Sonn- und Feiertagen. Eine Woche hat 168 Stunden, und jede davon muss besetzt sein. Aus dieser einen Zahl folgt fast alles: wie viele Gruppen Sie brauchen, wie der Rhythmus aussieht und wie viele Stunden jede Gruppe im Schnitt arbeitet.

Was Kontischicht bedeutet

Schichtbetriebe unterscheiden sich darin, wie viele Stunden pro Woche sie laufen. Für drei Stufen gibt es feste Begriffe:

BetriebsartBetriebszeitStunden pro WocheGruppen
DiskontinuierlichFrüh und Spät, Montag bis Freitag802
TeilkontinuierlichRund um die Uhr, Montag bis Freitag1203
Vollkontinuierlich (Konti)Rund um die Uhr, jeden Tag1684 oder 5

Den Begriff Kontischicht hört man vor allem in der Industrie: Chemie, Papier, Stahl, Glas, Kraftwerke, Rechenzentren. Dieselbe Rechnung gilt aber für jede Stelle, die nie unbesetzt sein darf, etwa eine Leitstelle, eine Pforte oder die Nachtrezeption eines Hotels. Wie sich Konti von den übrigen Schichtmodellen unterscheidet, zeigt der Überblick Schichtarbeit: Schichtmodelle und Arbeitszeitmodelle.

Warum drei Gruppen nicht reichen

Teilen Sie die 168 Stunden auf die Gruppen auf, sehen Sie sofort, wo die Grenze liegt:

GruppenStunden je Gruppe und Woche8-Stunden-Schichten pro Woche
3567
4425,25
533,64,2
6283,5

Mit drei Gruppen müsste jede Gruppe sieben Schichten pro Woche arbeiten, ohne einen einzigen freien Tag. Deshalb ist eine Kontischicht fast immer ein 4- oder 5-Schicht-System. Vier Gruppen liegen nahe an einer üblichen Vollzeitwoche. Fünf Gruppen liegen darunter und lassen Spielraum für Urlaub, Krankheit und Schulungen, oder sie passen zu einem Vertrag mit weniger Wochenstunden.

Der Rhythmus mit vier Gruppen

Verbreitet ist ein Zyklus von acht Tagen: zwei Frühschichten, zwei Spätschichten, zwei Nachtschichten, zwei freie Tage. Die vier Gruppen beginnen jeweils um zwei Tage versetzt; so ist jede Schicht an jedem Tag genau einmal besetzt (F = Früh, S = Spät, N = Nacht):

GruppeTag 1Tag 2Tag 3Tag 4Tag 5Tag 6Tag 7Tag 8
AFFSSNNfreifrei
BfreifreiFFSSNN
CNNfreifreiFFSS
DSSNNfreifreiFF

Jede Gruppe arbeitet sechs Schichten in acht Tagen. Das sind 48 Stunden in acht Tagen oder im Schnitt 42 Stunden pro Woche. Die Folge Früh, Spät, Nacht nennt man vorwärts rotierend: Jeder Block beginnt später als der vorige, und damit kommen viele Teams besser zurecht als mit der umgekehrten Richtung.

Weil der Zyklus nicht in eine Kalenderwoche passt, wandern die freien Tage durch die Woche. Erst nach acht Wochen fällt der Rhythmus wieder auf dieselben Wochentage. In diesen acht Wochen hat jede Gruppe genau ein Wochenende, an dem Samstag und Sonntag frei sind. An allen anderen Wochenenden arbeitet sie an mindestens einem der beiden Tage. Sagen Sie das dem Team, bevor der Plan startet.

Der Rhythmus mit fünf Gruppen

Mit fünf Gruppen dauert der Zyklus zehn Tage: zwei Früh-, zwei Spät-, zwei Nachtschichten, danach vier freie Tage.

Gruppe12345678910
AFFSSNNfreifreifreifrei
BfreifreiFFSSNNfreifrei
CfreifreifreifreiFFSSNN
DNNfreifreifreifreiFFSS
ESSNNfreifreifreifreiFF

Sechs Schichten in zehn Tagen ergeben 48 Stunden in zehn Tagen, also im Schnitt 33,6 Stunden pro Woche. Dafür hat jede Gruppe in zehn Wochen drei komplett freie Wochenenden; bei vier Gruppen ist es eines in acht Wochen.

Wer laut Vertrag mehr als 33,6 Stunden pro Woche arbeitet, hat noch Stunden offen. Diese werden als Einbringschichten eingeplant, also als zusätzliche Schichten, etwa als Urlaubsvertretung oder für Schulungen. Wie viele es sind, rechnen Sie einmal aus:

Einbringschichten pro Jahr = (Vertragsstunden pro Woche − 33,6) × 52 ÷ 8
Beispiel bei 38 Stunden: (38 − 33,6) × 52 ÷ 8 = 28,6, also rund 29 Schichten

Für die Urlaubswochen ziehen Sie den entsprechenden Anteil ab. Legen Sie die Einbringschichten früh im Jahr fest, sonst ballen sie sich im Dezember.

Übliche Schichtzeiten

Bei drei Schichten zu acht Stunden sind 6 bis 14, 14 bis 22 und 22 bis 6 Uhr am häufigsten. Manche Betriebe verschieben alles um eine Stunde, etwa 5 bis 13 Uhr, damit die Frühschicht vor dem Berufsverkehr Feierabend hat. Planen Sie bei jedem Schichtwechsel ein paar Minuten Überlappung ein, damit die nächste Gruppe erfährt, was offen ist. Wie die Übergabe in fünf Minuten gelingt, lesen Sie im Artikel Schichtübergabe.

Mit vier Gruppen lässt sich Konti auch in zwei 12-Stunden-Schichten fahren, etwa 6 bis 18 und 18 bis 6 Uhr. Die Wochenstunden bleiben bei 42, es gibt aber weniger Schichtwechsel und mehr ganze freie Tage. Die passenden Rhythmen zeigt der Artikel 12-Stunden-Schicht im Team planen.

Schichtarten eines Standorts: Name, Wochentage und Uhrzeit. Für Konti legen Sie Früh, Spät und Nacht einmal an; danach wählen Sie im Plan pro Schicht nur noch die Schichtart.

So stellen Sie den Kontiplan auf

  1. Besetzung pro Schicht festlegen. Wie viele Personen braucht jede Schicht, und wer davon muss die Schicht leiten können?
  2. Gruppenzahl wählen. Vier Gruppen für rund 42 Stunden, fünf für rund 34 Stunden plus Einbringschichten.
  3. Gruppen mischen. Jede Gruppe braucht erfahrene und neue Leute, sonst steht nachts womöglich eine Gruppe da, in der niemand Erfahrung mit Störungen hat.
  4. Reserve einrechnen. Brauchen Sie drei Personen pro Schicht, sind das bei vier Gruppen zwölf Personen, solange nie jemand fehlt. Rechnen Sie mit einer Ausfallquote von 15 Prozent für Urlaub und Krankheit, kommen Sie auf 12 ÷ 0,85 = rund 14 Personen. Wie Sie Ihre eigene Quote ermitteln, zeigt Personalplanung: Personalbedarf berechnen.
  5. Startdatum festlegen. Ab diesem Tag läuft der Rhythmus für alle Gruppen. Den Kalender für ein beliebiges Startdatum zeigen der 4-Schicht-Rechner und der 5-Schicht-Rechner.
  6. Tausch regeln. Wer mit wem tauschen darf und wer zustimmt, sollte vor dem Start geklärt sein.

Im Dienstplan von InShift legen Sie Früh, Spät und Nacht einmal pro Standort als Schichtarten an; die Nachtschicht kann über Mitternacht gehen. Im „Planner“ erstellen Sie daraus den Plan, und nach der Veröffentlichung sehen alle im Team ihre Schichten in der App. Mehr dazu auf der Seite Dienstplan-App.

Die Monatsansicht im „Planner“: ein Buchstabe pro Schicht, rechts die Zahl der Schichten pro Person. Ein Rhythmus wird hier als Muster sichtbar, ein Bruch darin fällt sofort auf.

Häufige Fragen zur Kontischicht

Ist Kontischicht dasselbe wie Wechselschicht?

Jede Kontischicht ist eine Wechselschicht, weil die Gruppen zwischen Früh, Spät und Nacht wechseln. Umgekehrt gilt das nicht: Ein 2-Schicht-System von Montag bis Freitag ist auch Wechselschicht, läuft aber nachts und am Wochenende nicht. Mehr dazu im Artikel Wechselschicht und rollierendes System.

Wie viele Nachtschichten fallen im Monat an?

Bei vier Gruppen hat jede Gruppe zwei Nächte in acht Tagen, im Monat also im Schnitt siebeneinhalb. Bei fünf Gruppen sind es zwei Nächte in zehn Tagen, rund sechs im Monat.

Wie das Team die Nächte gut übersteht, mit Uhrzeiten für Schlaf und Essen, zeigt der Artikel Nachtschicht: Uhrzeiten, Planung und Tipps.

Was passiert an Feiertagen?

Der Rhythmus läuft einfach weiter, Feiertage zählen wie jeder andere Tag. Ob und wie Feiertagsarbeit zusätzlich vergütet wird, regeln Ihre Verträge und Vereinbarungen. In der Lohnabrechnung von InShift legen Sie einen Zuschlag als eigene Regel an, mit dem Wert, den Ihr Betrieb zahlt. Ohne Regel rechnet InShift keinen Zuschlag.

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