Kontischicht, kurz für kontinuierliche Schicht und oft Vollkonti genannt, heißt: Der Betrieb läuft 24 Stunden an 7 Tagen, auch an Sonn- und Feiertagen. Eine Woche hat 168 Stunden, und jede davon muss besetzt sein. Aus dieser einen Zahl folgt fast alles: wie viele Gruppen Sie brauchen, wie der Rhythmus aussieht und wie viele Stunden jede Gruppe im Schnitt arbeitet.
Was Kontischicht bedeutet
Schichtbetriebe unterscheiden sich darin, wie viele Stunden pro Woche sie laufen. Für drei Stufen gibt es feste Begriffe:
| Betriebsart | Betriebszeit | Stunden pro Woche | Gruppen |
|---|---|---|---|
| Diskontinuierlich | Früh und Spät, Montag bis Freitag | 80 | 2 |
| Teilkontinuierlich | Rund um die Uhr, Montag bis Freitag | 120 | 3 |
| Vollkontinuierlich (Konti) | Rund um die Uhr, jeden Tag | 168 | 4 oder 5 |
Den Begriff Kontischicht hört man vor allem in der Industrie: Chemie, Papier, Stahl, Glas, Kraftwerke, Rechenzentren. Dieselbe Rechnung gilt aber für jede Stelle, die nie unbesetzt sein darf, etwa eine Leitstelle, eine Pforte oder die Nachtrezeption eines Hotels. Wie sich Konti von den übrigen Schichtmodellen unterscheidet, zeigt der Überblick Schichtarbeit: Schichtmodelle und Arbeitszeitmodelle.
Warum drei Gruppen nicht reichen
Teilen Sie die 168 Stunden auf die Gruppen auf, sehen Sie sofort, wo die Grenze liegt:
| Gruppen | Stunden je Gruppe und Woche | 8-Stunden-Schichten pro Woche |
|---|---|---|
| 3 | 56 | 7 |
| 4 | 42 | 5,25 |
| 5 | 33,6 | 4,2 |
| 6 | 28 | 3,5 |
Mit drei Gruppen müsste jede Gruppe sieben Schichten pro Woche arbeiten, ohne einen einzigen freien Tag. Deshalb ist eine Kontischicht fast immer ein 4- oder 5-Schicht-System. Vier Gruppen liegen nahe an einer üblichen Vollzeitwoche. Fünf Gruppen liegen darunter und lassen Spielraum für Urlaub, Krankheit und Schulungen, oder sie passen zu einem Vertrag mit weniger Wochenstunden.
Der Rhythmus mit vier Gruppen
Verbreitet ist ein Zyklus von acht Tagen: zwei Frühschichten, zwei Spätschichten, zwei Nachtschichten, zwei freie Tage. Die vier Gruppen beginnen jeweils um zwei Tage versetzt; so ist jede Schicht an jedem Tag genau einmal besetzt (F = Früh, S = Spät, N = Nacht):
| Gruppe | Tag 1 | Tag 2 | Tag 3 | Tag 4 | Tag 5 | Tag 6 | Tag 7 | Tag 8 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | F | F | S | S | N | N | frei | frei |
| B | frei | frei | F | F | S | S | N | N |
| C | N | N | frei | frei | F | F | S | S |
| D | S | S | N | N | frei | frei | F | F |
Jede Gruppe arbeitet sechs Schichten in acht Tagen. Das sind 48 Stunden in acht Tagen oder im Schnitt 42 Stunden pro Woche. Die Folge Früh, Spät, Nacht nennt man vorwärts rotierend: Jeder Block beginnt später als der vorige, und damit kommen viele Teams besser zurecht als mit der umgekehrten Richtung.
Weil der Zyklus nicht in eine Kalenderwoche passt, wandern die freien Tage durch die Woche. Erst nach acht Wochen fällt der Rhythmus wieder auf dieselben Wochentage. In diesen acht Wochen hat jede Gruppe genau ein Wochenende, an dem Samstag und Sonntag frei sind. An allen anderen Wochenenden arbeitet sie an mindestens einem der beiden Tage. Sagen Sie das dem Team, bevor der Plan startet.
Der Rhythmus mit fünf Gruppen
Mit fünf Gruppen dauert der Zyklus zehn Tage: zwei Früh-, zwei Spät-, zwei Nachtschichten, danach vier freie Tage.
| Gruppe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| A | F | F | S | S | N | N | frei | frei | frei | frei |
| B | frei | frei | F | F | S | S | N | N | frei | frei |
| C | frei | frei | frei | frei | F | F | S | S | N | N |
| D | N | N | frei | frei | frei | frei | F | F | S | S |
| E | S | S | N | N | frei | frei | frei | frei | F | F |
Sechs Schichten in zehn Tagen ergeben 48 Stunden in zehn Tagen, also im Schnitt 33,6 Stunden pro Woche. Dafür hat jede Gruppe in zehn Wochen drei komplett freie Wochenenden; bei vier Gruppen ist es eines in acht Wochen.
Wer laut Vertrag mehr als 33,6 Stunden pro Woche arbeitet, hat noch Stunden offen. Diese werden als Einbringschichten eingeplant, also als zusätzliche Schichten, etwa als Urlaubsvertretung oder für Schulungen. Wie viele es sind, rechnen Sie einmal aus:
Einbringschichten pro Jahr = (Vertragsstunden pro Woche − 33,6) × 52 ÷ 8
Beispiel bei 38 Stunden: (38 − 33,6) × 52 ÷ 8 = 28,6, also rund 29 Schichten
Für die Urlaubswochen ziehen Sie den entsprechenden Anteil ab. Legen Sie die Einbringschichten früh im Jahr fest, sonst ballen sie sich im Dezember.
Übliche Schichtzeiten
Bei drei Schichten zu acht Stunden sind 6 bis 14, 14 bis 22 und 22 bis 6 Uhr am häufigsten. Manche Betriebe verschieben alles um eine Stunde, etwa 5 bis 13 Uhr, damit die Frühschicht vor dem Berufsverkehr Feierabend hat. Planen Sie bei jedem Schichtwechsel ein paar Minuten Überlappung ein, damit die nächste Gruppe erfährt, was offen ist. Wie die Übergabe in fünf Minuten gelingt, lesen Sie im Artikel Schichtübergabe.
Mit vier Gruppen lässt sich Konti auch in zwei 12-Stunden-Schichten fahren, etwa 6 bis 18 und 18 bis 6 Uhr. Die Wochenstunden bleiben bei 42, es gibt aber weniger Schichtwechsel und mehr ganze freie Tage. Die passenden Rhythmen zeigt der Artikel 12-Stunden-Schicht im Team planen.