Ein Arbeitszeitkonto zeigt, wie stark die gearbeiteten Stunden vom vereinbarten Soll abweichen: Plusstunden, wenn mehr gearbeitet wurde, Minusstunden, wenn weniger. Die Rechnung ist einfach: Ist minus Soll plus der Stand aus dem Vormonat. Schwierig wird es erst, wenn niemand den Saldo im Blick hat. Hier rechnen wir einen ganzen Oktober durch und zeigen die Regeln, mit denen das Konto nicht aus dem Ruder läuft.
Was ein Arbeitszeitkonto ist
Ein Arbeitszeitkonto ist eine laufende Rechnung pro Person. Auf der einen Seite steht das Soll, also die vereinbarte Arbeitszeit, auf der anderen das Ist, die tatsächlich gearbeitete Zeit ohne Pausen. Die Differenz ist der Saldo. Er wird von Woche zu Woche oder von Monat zu Monat fortgeschrieben.
Der Zweck: Arbeit darf schwanken, ohne dass jede Schwankung sofort bezahlt oder abgezogen wird. In einer vollen Woche entstehen Plusstunden, in einer ruhigen werden sie abgebaut. Am Ende eines vereinbarten Zeitraums soll der Saldo nahe null liegen.
Soll, Ist und Saldo: die Rechnung
Soll = Arbeitstage × Sollstunden pro Tag
Ist = gearbeitete Stunden ohne Pausen
Saldo = Saldo Vormonat + Ist − Soll
Drei Regeln machen die Rechnung eindeutig:
- Feiertage haben ein Soll von null. Ein Monat mit Feiertag hat also weniger Sollstunden.
- Urlaubstage und Tage mit Krankmeldung werden in den meisten Betrieben mit dem Tagessoll als Ist gebucht. Sie erzeugen weder Plus noch Minus.
- Stunden als Dezimalzahl. 7 Stunden und 45 Minuten sind 7,75. Wer 7,45 schreibt, verliert 18 Minuten. Mehr dazu im Artikel Dezimalstunden und Industrieminuten.
Beispiel: ein Monat im Arbeitszeitkonto
Vollzeit, 40 Stunden pro Woche, 8 Stunden pro Tag. Der Oktober 2026 hat 22 Arbeitstage von Montag bis Freitag, der 3. Oktober fällt auf einen Samstag. Das Soll beträgt 22 × 8 = 176 Stunden. Aus dem September kommt ein Saldo von −6,5 Stunden.
| Woche | Tage | Soll | Ist | Differenz |
|---|---|---|---|---|
| KW 40 | 1. bis 2.10. | 16,00 | 17,50 | +1,50 |
| KW 41 | 5. bis 9.10. | 40,00 | 42,25 | +2,25 |
| KW 42 | 12. bis 16.10. | 40,00 | 36,00 | −4,00 |
| KW 43 | 19. bis 23.10. | 40,00 | 44,50 | +4,50 |
| KW 44 | 26. bis 30.10. | 40,00 | 39,75 | −0,25 |
| Oktober | 176,00 | 180,00 | +4,00 |
Der Oktober bringt vier Plusstunden. Mit dem Übertrag aus dem September steht das Konto Ende Oktober bei −6,5 + 4,0 = −2,5 Stunden. Die Person hat im Oktober also mehr gearbeitet als vereinbart und trotzdem noch Minus auf dem Konto. Genau das sieht nur, wer den Saldo weiterträgt.
Minusstunden: woher sie kommen und wie sie abgebaut werden
Minusstunden entstehen auf drei Wegen, und es lohnt sich, sie auseinanderzuhalten:
- Der Plan sieht zu wenige Stunden vor. Der Dienstplan für den Monat gibt einer Person mit 176 Sollstunden nur 152. Das Minus ist geplant, bevor jemand einen Fuß in den Betrieb setzt.
- Der Betrieb schickt Leute früher nach Hause. Wenig Gäste, schlechtes Wetter, die Schicht endet eine Stunde früher.
- Die Person geht früher oder kommt später, auf eigenen Wunsch.
Halten Sie schriftlich fest, wie mit jeder dieser Ursachen umgegangen wird, bevor das erste Minus entsteht. Abgebaut werden Minusstunden mit längeren Schichten oder Zusatzschichten in den folgenden Wochen. Planen Sie den Abbau ein: Zwei Stunden mehr pro Woche bauen zehn Minusstunden in fünf Wochen ab, ohne dass jemand an einem Tag zehn Stunden arbeitet.
Der wirksamste Hebel ist der erste Punkt. Prüfen Sie vor dem Veröffentlichen des Plans, ob alle im Team auf ihr Soll kommen. Im „Planner“ von InShift stehen die geplanten Stunden der Woche unter jedem Namen, ein zu dünner Plan fällt dort auf, bevor er Minusstunden erzeugt.
Woher Minusstunden im Einzelnen kommen und wie ein Abbauplan Woche für Woche mit Zahlen aussieht, zeigt der Artikel Minusstunden.