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Arbeitszeit1. September 2026·7 Min. Lesezeit

Gleitzeit: Modelle, Begriffe und Rechenbeispiel mit Zeitkonto

Wer um 7 kommt, geht um 15:30, wer um 9 kommt, um 17:30. Die Modelle, die Begriffe und eine durchgerechnete Woche mit Plus- und Minusstunden.

Arbeitszeit

Autor
InShift
Veröffentlicht
1. September 2026
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7 Min. Lesezeit
InShift
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Bei Gleitzeit legen Sie Beginn und Ende Ihres Arbeitstages selbst fest, innerhalb eines Rahmens, den der Betrieb vorgibt. Wer um 7 Uhr anfängt, geht um 15:30 Uhr, wer um 9 Uhr kommt, bleibt bis 17:30 Uhr. Am Ende zählt, dass die vereinbarten Stunden über die Woche oder den Monat zusammenkommen. Dieser Artikel erklärt die Begriffe und die üblichen Modelle und rechnet eine Woche mit Plus- und Minusstunden durch.

Was Gleitzeit bedeutet

Gleitzeit trennt zwei Dinge, die sonst zusammenhängen: wie lange jemand arbeitet und wann. Die Dauer bleibt vereinbart, zum Beispiel 40 Stunden pro Woche. Wann am Tag gearbeitet wird, ist flexibel. Was ein Tag mehr oder weniger bringt, landet auf einem Zeitkonto und wird an anderen Tagen ausgeglichen.

Damit das im Team funktioniert, braucht jede Gleitzeitregelung drei Angaben: in welchem Zeitfenster überhaupt gearbeitet werden kann, ob es Stunden gibt, in denen alle da sind, und wie viel Plus oder Minus auf dem Konto stehen darf.

Die Begriffe: Rahmenzeit, Kernzeit, Gleitspanne

  • Rahmenzeit: das äußere Fenster, zum Beispiel 06:00 bis 20:00. Arbeit davor oder danach zählt nur, wenn sie ausdrücklich angeordnet ist.
  • Kernzeit (auch Kernarbeitszeit): die Stunden, in denen alle anwesend sind, zum Beispiel 09:00 bis 15:00. Mehr dazu im Artikel Kernarbeitszeit.
  • Gleitspanne: die Zeit zwischen Rahmen und Kern, in der Sie Beginn und Ende frei wählen. Im Beispiel 06:00 bis 09:00 morgens und 15:00 bis 20:00 abends.
  • Sollzeit: was pro Tag, Woche oder Monat vereinbart ist. Bei 40 Stunden und fünf Tagen sind das 8 Stunden pro Tag.
  • Gleitzeitkonto: die laufende Differenz zwischen gearbeiteter Zeit und Sollzeit.
  • Gleittag: ein ganzer freier Tag, für den Plusstunden vom Gleitzeitkonto abgebucht werden.
  • Zeitausgleich (ZA): so heißt in Österreich die Freizeit für Plusstunden, als ganzer Tag oder als einzelne Stunden. Mehr im Artikel Zeitausgleich.

Gleitzeitmodelle im Überblick

Die Namen der Modelle sind nicht einheitlich: Was der eine Ratgeber „einfache Gleitzeit“ nennt, heißt beim nächsten „Gleitzeit mit Kernzeit“. Hilfreicher ist die Frage: Was ist frei wählbar, was bleibt fest?

ModellFrei wählbarFestPasst zu
Gleitender BeginnBeginn innerhalb einer SpanneDauer pro Tag, Ende folgt darausTeams mit unterschiedlich langen Anfahrtswegen
Gleitzeit mit KernzeitBeginn und Ende in der GleitspanneKernzeit, WochensollBüro, Verwaltung, Disposition
Gleitzeit ohne KernzeitBeginn, Ende und Dauer pro TagRahmenzeit, Wochen- oder MonatssollEigenständige Aufgaben mit wenig Abstimmung
FunktionszeitWer wann arbeitet, klärt das TeamEine Funktion ist besetzt, etwa die Hotline 08:00 bis 18:00Service, Empfang, Innendienst
JahreszeitkontoStunden pro Woche schwanken mit der SaisonJahressollSaisonbetriebe, Gastronomie mit Sommer- und Wintergeschäft

Die Funktionszeit ist das Modell, das Schichtbetrieben am nächsten kommt: Es zählt, dass zu jeder Stunde genug Personen für die Aufgabe da sind. Wer genau, regelt das Team.

Beispiel: eine Gleitzeitwoche durchgerechnet

Sollzeit 8 Stunden pro Tag, 40 pro Woche, Rahmenzeit 06:00 bis 20:00, Kernzeit 09:00 bis 15:00. Die Pause wird von der Anwesenheit abgezogen, erst dann wird mit dem Soll verglichen.

TagKommenGehenPauseIstSaldo
Montag07:0016:0030 Min.8:30+0:30
Dienstag08:3017:3045 Min.8:15+0:15
Mittwoch09:0015:3030 Min.6:00−2:00
Donnerstag07:1517:0030 Min.9:15+1:15
Freitag08:0015:0030 Min.6:30−1:30
Woche38:30−1:30

Die Woche endet mit anderthalb Stunden Minus, als Dezimalzahl −1,5. Stand das Konto vorher bei +4:00, steht es jetzt bei +2:30. Alle Tage liegen innerhalb der Rahmenzeit und decken die Kernzeit ab, die Woche hält sich also an die Regeln, auch wenn die Stunden nicht ganz aufgehen. Wie Sie solche Werte als Kommazahl schreiben, ohne Minuten zu verlieren, erklärt der Artikel Dezimalstunden und Industrieminuten.

„Check in“ in der Team-App: oben der Status, darunter „My check-ins“ mit jedem Tag, Kommen und Gehen, Stunden und Pause sowie der Summe des Monats.

Gleittag, Übertrag und Ampel

Ein Gleitzeitkonto braucht Grenzen, sonst wächst es unbemerkt weiter. Drei Stellschrauben legt der Betrieb fest:

  1. Obergrenze und Untergrenze. Zum Beispiel höchstens 40 Plusstunden und 20 Minusstunden. Was darüber liegt, wird besprochen, bevor es weiterwächst. Wie Überstunden gezählt und vergütet werden, zeigt der Artikel Überstunden berechnen.
  2. Übertrag. Ob und wie viel Saldo in den nächsten Monat mitgenommen wird. Manche Betriebe übertragen alles, andere nur bis zu einer Grenze.
  3. Gleittage. Wie viele ganze Tage pro Monat oder Jahr mit Plusstunden frei genommen werden dürfen, und wie lange vorher sie angemeldet werden.

Viele Teams arbeiten mit einem Ampelkonto: grün bis 20 Stunden Plus oder Minus, gelb bis 40, rot darüber. Bei Gelb steuert die Person selbst gegen, bei Rot setzt sich die Teamleitung mit ihr zusammen. Die Zahlen sind Beispielwerte, die Sie an Ihren Betrieb anpassen. Wie ein solches Konto Monat für Monat geführt wird, zeigt der Artikel Arbeitszeitkonto führen.

Gleitzeit im Schichtbetrieb

In Gastronomie, Handel, Pflege oder Produktion hängt Arbeit an Öffnungszeiten und Übergaben. Wer die Frühschicht um 14 Uhr an die Spätschicht übergibt, kann nicht um 12 Uhr gehen. Reine Gleitzeit passt dort selten. Drei Formen funktionieren trotzdem:

  • Gleitzeit für Rollen ohne Übergabe. Büro, Einkauf, Disposition und Buchhaltung gleiten, Verkauf und Küche arbeiten nach Dienstplan. Für beide Gruppen muss klar sein, wer wann erreichbar ist.
  • Kleine Spielräume am Rand. Die Schicht läuft von 08:00 bis 16:00, Kommen und Gehen dürfen 15 Minuten abweichen, die Übergabe bleibt fest.
  • Schichttausch als Flexibilität. Wer einen Termin hat, tauscht die Schicht mit einer Kollegin. Die Besetzung bleibt gleich, die Person gewinnt Spielraum.

Stunden erfassen, ohne nachzurechnen

Gleitzeit lebt von genauen Kommen- und Gehen-Zeiten. Wer sie auf Zetteln sammelt, zieht am Monatsende Pausen ab, addiert Minuten und sucht Lücken. In InShift stempeln alle im Team mit dem Handy: Sie scannen mit der Kamera den Code am Eingang. Wer kein Handy nutzt, stempelt am Tablet mit Personalnummer und PIN. In der App sehen alle im Team unter „My check-ins“ ihre Tage mit Stunden, Pause und Monatssumme.

Die Teamleitung sieht unter „Time tracking“ pro Person die geplante Schicht neben der gestempelten Zeit und die Pause in Minuten. Ein Gleitzeitkonto mit Übertrag über Monate führt InShift nicht. Für jeden Zeitraum stehen unter „Payroll“ die Stunden nach Plan und nach Stempelzeit nebeneinander, und die Übersicht lässt sich als Excel-Datei herunterladen. Wie das Stempeln im Betrieb aussieht, zeigt die Seite Zeiterfassung-App. Einzelne Tage mit Beginn, Ende und Pause rechnet der Arbeitszeitrechner ohne Anmeldung aus.

„Time tracking“ für einen Tag: pro Person „Scheduled“ und „Checked in“ nebeneinander, die Pause in Minuten und wer gerade da ist. Die Abweichung vom Plan sehen Sie, ohne zu rechnen.