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Leitfaden29. September 2026·6 Min. Lesezeit

Dezimalstunden und Industrieminuten einfach erklärt

7:45 auf der Stempeluhr, 7,75 im Stundenzettel. Warum die Lohnabrechnung Stunden als Kommazahl braucht und an welchen Stellen dabei Minuten verloren gehen.

Leitfaden

Autor
InShift
Veröffentlicht
29. September 2026
Lesezeit
6 Min. Lesezeit
InShift
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Auf der Stempeluhr steht 7:45, im Stundenzettel 7,75. Beides ist dieselbe Arbeitszeit, einmal in Stunden und Minuten, einmal als Kommazahl. Die Kommazahl heißt Dezimalstunde, ihre Hundertstel heißen Industrieminuten. Dieser Artikel erklärt, warum die Lohnabrechnung damit rechnet, wie Sie in beide Richtungen umrechnen und an welchen Stellen dabei Minuten verloren gehen.

Warum Stunden als Kommazahl

Eine Stunde hat 60 Minuten, ein Euro hat 100 Cent. Solange Zeit in Stunden und Minuten geschrieben wird, lässt sie sich nicht direkt mit einem Stundenlohn multiplizieren: 7 Stunden 45 Minuten mal 16 Euro ist im Kopf mühsam. Als Kommazahl ist es eine einfache Rechnung: 7,75 × 16 = 124 Euro.

Deshalb rechnen Lohnprogramme, Zeiterfassungssysteme und die meisten Tabellen intern mit Dezimalstunden, auch wenn auf dem Display 7:45 steht. Wer Zeiten von Hand in eine Lohnliste überträgt, muss an genau dieser Stelle umrechnen.

In der Team-App stehen die Tage so, wie man Zeit liest: 08:05 bis 16:08, „7 h 34 min“, Pause 29 Minuten. Die Umrechnung in Dezimalstunden passiert im Hintergrund.

Dezimalstunden, Industrieminuten, Dezimalzeit: die Begriffe

  • Dezimalstunden: Arbeitszeit als Kommazahl, zum Beispiel 7,75 für 7:45. Das ist die Zahl im Stundenzettel und in der Lohnabrechnung.
  • Industrieminuten: die Hundertstel einer Stunde. Eine Industrieminute dauert 36 Sekunden, 100 davon ergeben eine Stunde. 45 normale Minuten sind 75 Industrieminuten.
  • Industriezeit: das ganze System, also Stunden mit 100 Industrieminuten. Im Alltag meinen Industriezeit und Dezimalstunden dasselbe.
  • Dezimalzeit: im Betrieb ein anderes Wort für Industriezeit. Historisch heißt so auch die Uhrzeit mit 10 Stunden am Tag und 100 Minuten pro Stunde, die Frankreich nach der Revolution 1793 beschloss und 1795 wieder aussetzte. Mit Arbeitszeit hat sie nichts zu tun.

Umrechnen in beide Richtungen

Minuten → Dezimalstunden:  Minuten ÷ 60
Minuten → Industrieminuten: Minuten ÷ 60 × 100
Dezimalstunden → Minuten:  Nachkommastellen × 60

Drei Beispiele:

  • 8 Stunden 20 Minuten: 20 ÷ 60 = 0,333…, also 8,33
  • 6 Stunden 50 Minuten: 50 ÷ 60 = 0,833…, also 6,83
  • 7,4 Stunden zurück: 0,4 × 60 = 24, also 7:24

Für ganze Listen, die Tabelle von 0 bis 59 Minuten und das Addieren mehrerer Zeiten gibt es den Industrieminuten-Rechner, ohne Anmeldung.

Viertelstunden und andere Werte zum Merken

MinutenDezimal­stundenIndustrie­minuten
50,088,33
60,1010,00
100,1716,67
120,2020,00
150,2525,00
200,3333,33
300,5050,00
400,6766,67
450,7575,00
500,8383,33

Ohne Rundung gehen nur Vielfache von 3 Minuten auf, also 3, 6, 9, 12 und so weiter: Sie ergeben genau zwei Nachkommastellen. Alle anderen Werte sind gerundet.

Fünf typische Fehler beim Umrechnen

  1. Komma und Doppelpunkt verwechselt. 7,40 im Stundenzettel sind 7 Stunden und 24 Minuten. Wer 7:40 daraus macht, schreibt 16 Minuten zu viel auf. Umgekehrt wird aus 7:55 schnell 7,55, richtig sind 7,92.
  2. Nur eine Nachkommastelle. Wer 20 Minuten als 0,3 notiert, verliert jedes Mal 2 Minuten. An 22 Arbeitstagen sind das 44 Minuten im Monat.
  3. Jeden Tag runden, dann addieren. Fünf Tage mit 7:10 sind genau 35:50, also 35,83. Mit 7,17 pro Tag ergibt die Summe 35,85. Runden Sie erst die Summe.
  4. Komma und Punkt. Englische Programme schreiben 7.75. Übernimmt eine deutsche Tabelle diese Zahl, wird daraus schnell 775 oder ein Datum, und das fällt oft erst in der Summe auf.
  5. Pause in der falschen Einheit. 30 Minuten Pause von 8,25 Stunden abgezogen ergeben 7,75. Wer 0,30 abzieht, kommt auf 7,95. Ziehen Sie die Pause in Minuten ab oder als 0,5 Stunden.

Dezimalstunden in Excel

Excel speichert eine Uhrzeit als Bruchteil eines Tages: 12:00 ist 0,5. Deshalb führt eine Multiplikation mit 24 von der Uhrzeit zur Dezimalzahl. Steht in A2 die Zeit 7:45:

=A2*24              ergibt 7,75 (Zelle als Zahl formatieren)
=RUNDEN(A2*24;2)    auf zwei Stellen gerundet
=B2/24              macht aus 7,75 wieder 7:45 (Format [h]:mm)

Summen über 24 Stunden brauchen das Zellformat [h]:mm, sonst beginnt Excel nach 24 Stunden wieder bei null. In Google Sheets heißt die Funktion ROUND.

Dezimalstunden im Lohn

Umrechnen muss nur, wer Zeiten von Hand überträgt. In InShift sehen alle im Team in der App ihre gestempelten Tage in Stunden und Minuten, etwa „7 h 34 min“, so wie man Zeit liest. Unter „Payroll“ stehen dieselben Stunden pro Person als Dezimalzahl, „Scheduled“ nach Dienstplan und „Checked in“ nach Stempeluhr. Den Lohn berechnet InShift aus den Stunden nach Dienstplan. Das Admin-Panel ist derzeit auf Englisch, deshalb steht dort ein Punkt: 98.4 bedeutet 98,4 Stunden.

Wie aus Stunden ein Stundenlohn und aus Stundenlohn ein Betrag wird, zeigen die Artikel Stundenlohn aus Gehalt: 5 Beispiele und Überstunden berechnen.

„Payroll“: dieselben Stunden als Dezimalzahl, „Scheduled“ 120 und „Checked in“ etwa 98.4, daneben Satz und Betrag. Der Punkt steht für das Komma, wie im Englischen üblich.