Überstunden abbauen heißt: Die Stunden fallen in einer ruhigen Woche wirklich weg, als freier Tag oder kürzere Schicht. Füllt jemand anderes mit Plusstunden die Lücke, sind die Stunden nur verschoben. Der Abbau gelingt in drei Schritten: wissen, wer wie viele Stunden hat, freie Tage in Wochen mit wenig Bedarf legen und sie mit Datum in den Dienstplan schreiben. Hier sehen Sie das an einer Hotelrezeption mit vier Personen.
Drei Wege, Überstunden abzubauen
| Weg | Passt, wenn | Achten Sie auf |
|---|---|---|
| Ganze freie Tage (abfeiern) | es Tage gibt, an denen eine Person weniger reicht | Tag zwei Wochen vorher festlegen |
| Kürzere Schichten | der Betrieb abends oder morgens ruhiger ist | Übergaben und Öffnungszeiten bleiben besetzt |
| Auszahlung | gerade kein ruhiger Zeitraum in Sicht ist | Betrag vorher ausrechnen |
Ob Überstunden mit Freizeit ausgeglichen oder ausgezahlt werden, wer den Zeitpunkt festlegt und ob sie nach einer Frist verfallen, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Klären Sie das, bevor das Konto wächst. Wie Sie den Betrag bei einer Auszahlung ausrechnen, zeigt der Artikel Überstunden berechnen.
In Österreich heißt der Ausgleich durch Freizeit Zeitausgleich, kurz ZA. Wie er dort geplant wird, steht im Artikel Zeitausgleich.
Zuerst die Liste: wer hat wie viele
Bevor Sie einen einzigen freien Tag verteilen, brauchen Sie den Stand pro Person. Er kommt aus dem Arbeitszeitkonto: Ist minus Soll, plus Übertrag aus dem Vormonat. Sortieren Sie die Liste nach dem Saldo und legen Sie ein Ziel fest, zum Beispiel „bis Ende November liegt niemand über 10 Plusstunden“.
Schauen Sie dabei auch nach unten. Wer gleichzeitig Minusstunden hat, ist die beste Besetzung für die Lücken, die der Abbau reißt: So sinken zwei Salden auf einmal. Wie Minusstunden entstehen und abgebaut werden, steht im Artikel Minusstunden.
Beispiel: Abbauplan für eine Hotelrezeption
Ein Stadthotel mit vier Personen an der Rezeption, Frühschicht und Spätschicht mit je zwei Personen. Im Oktober waren Messen, im November ist es ruhig: Dienstags und mittwochs reicht in einer der beiden Schichten eine Person. Der Stand am 1. November:
| Person | Stand 1.11. | Abbau im November | Stand 30.11. |
|---|---|---|---|
| Anna | +38 | frei am 3., 10., 17. und 24.11., 32 Stunden | +6 |
| Ben | +22 | frei am 11. und 25.11., 16 Stunden | +6 |
| Clara | +9 | keiner, unter dem Ziel | +9 |
| David | −8 | übernimmt Bens Spätschicht am 11.11., 8 Stunden | 0 |
Annas freie Dienstage werden nicht ersetzt: An diesen Tagen ist die Frühschicht mit einer Person besetzt, und das reicht im November. Bens Spätschicht am 11. November übernimmt David, der so seine Minusstunden ausgleicht. Am 25. November reicht die Spätschicht mit einer Person. Die Rechnung geht auf, solange im November alle sonst nach ihrem Soll geplant sind und keine neuen Überstunden dazukommen.
Hätte Clara Bens Schicht übernommen, stünde sie Ende November bei +17, und das Team hätte insgesamt keine einzige Stunde abgebaut.
Variante: kürzere Schichten im Café
Nicht jeder Betrieb hat ganze Tage, an denen eine Person fehlen kann. Ein Café mit Spätschicht bis 20 Uhr hat aber oft eine ruhige letzte Stunde. Ein Barista mit +12 Stunden geht sechs Wochen lang zweimal pro Woche schon um 19 Uhr, die Kollegin aus derselben Schicht macht den Abschluss allein. Das sind 6 × 2 × 1 = 12 Stunden, ohne dass ein Dienst leer bleibt. Wichtig: Die kürzere Schicht steht genau so im Plan, damit niemand um 19 Uhr überrascht ist und die gestempelte Zeit zum Plan passt.