Minusstunden sind Stunden, die jemand weniger gearbeitet hat als vereinbart: Das Ist liegt unter dem Soll. Viele entstehen im Dienstplan selbst, wenn er zu wenige Stunden vorsieht, oder an ruhigen Tagen, an denen der Betrieb Leute früher nach Hause schickt. Hier lesen Sie, wie Sie die Ursache erkennen, wie ein Abbauplan mit echten Zahlen aussieht und wie Sie neue Minusstunden schon vor dem Veröffentlichen des Plans verhindern.
Minusstunden kurz erklärt
Die Rechnung ist dieselbe wie bei Überstunden, nur mit negativem Ergebnis: Ist minus Soll. Eine Teilzeitkraft mit 30 Wochenstunden, die in einer Woche 26 Stunden arbeitet, hat 4 Minusstunden. Sie werden auf dem Arbeitszeitkonto geführt und mit späteren Plusstunden verrechnet. Ohne Konto gibt es keinen Saldo, der weitergetragen wird, und damit auch keine Minusstunden im eigentlichen Sinn.
Urlaubstage, Tage mit Krankmeldung und Feiertage werden in den meisten Betrieben mit dem Tagessoll gebucht und erzeugen dann weder Plus noch Minus. Wie das bei Ihnen gehandhabt wird, ob Minusstunden vom Lohn abgezogen werden dürfen und was bei einer Kündigung mit ihnen passiert, regeln Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Tarifvertrag. Klären Sie das mit der Lohnabrechnung, bevor das erste Minus entsteht. Dieser Artikel zeigt den praktischen Teil.
Vier Ursachen und was jeweils hilft
| Ursache | Beispiel | Was hilft |
|---|---|---|
| Der Plan ist zu dünn | Café: Soll 30 Stunden, der Plan sieht drei Schichten zu 8 Stunden vor, also 24 | Stunden pro Person prüfen, bevor der Plan veröffentlicht wird |
| Der Betrieb schickt früher heim | Hotelrezeption: Die Gruppe sagt ab, die Spätschicht endet schon um 20 Uhr, geplant war 22 Uhr | Reihum entscheiden, wer geht, und die Stunden am selben Tag notieren |
| Die Person kommt später oder geht früher | Filiale: Arzttermin, die Verkäuferin geht zwei Stunden früher | Vorher anmelden, Ausgleich im selben Monat einplanen |
| Schließtage ohne Regel | Werk: Betriebsruhe zwischen den Jahren, drei Tage ohne Schicht | Vorab festlegen, ob Urlaub, Plusstunden oder Minus gebucht wird |
Notieren Sie bei jedem Minus die Ursache. Ob der Betrieb oder die Person das Minus ausgelöst hat, macht im Gespräch einen großen Unterschied. Ob vom Betrieb verursachte Minusstunden später nachgearbeitet werden, hängt von Ihren Vereinbarungen ab, siehe oben.
Minusstunden im Dienstplan verhindern
Der wirksamste Hebel ist der Plan selbst. Drei Prüfungen vor dem Veröffentlichen genügen:
- Stunden pro Person gegen das Soll. Zählen Sie für jede Person die geplanten Stunden der Woche oder des Monats zusammen. Liegt jemand mit 30 Wochenstunden bei 24, fehlt eine Schicht, und die gehört noch in diesen Plan.
- Ruhige Wochen gleichmäßig verteilen. Braucht der Betrieb im Januar weniger Stunden, kürzen Sie bei allen ein wenig. Vier Personen mit je zwei Stunden weniger fallen kaum auf, eine Person mit acht Stunden Minus schon.
- Feiertage im Monat mitrechnen. Ein Monat mit Feiertag hat weniger Sollstunden. Wer das vergisst, plant entweder Minus oder ungewollte Plusstunden ein.
Fürs frühe Heimschicken an ruhigen Tagen lohnt sich eine feste Regel: Wer beim letzten Mal gehen musste, bleibt diesmal. So sammeln sich die Minusstunden nicht bei derselben Person. Wie Sie einen Plan Schritt für Schritt aufbauen, zeigt der Artikel Dienstplan erstellen.