Von Schichtarbeit spricht man, wenn der Betrieb länger läuft, als eine Person am Tag arbeiten kann, und sich das Team die Zeit in Schichten aufteilt. Schichtarbeit ist eines von mehreren Arbeitszeitmodellen und das einzige, bei dem die Betriebszeit die Planung bestimmt. Dieser Ratgeber vergleicht die gängigen Arbeitszeitmodelle, stellt die Schichtmodelle mit ihren Wochenstunden vor und nennt vier Fragen, mit denen Sie das passende Modell finden.
Arbeitszeitmodelle im Überblick
Ein Arbeitszeitmodell legt fest, wie viele Stunden jemand arbeitet und wer über die Lage der Arbeitszeit bestimmt. Die wichtigsten im Überblick:
| Modell | Wie es funktioniert | Wer legt die Zeiten fest? |
|---|---|---|
| Feste Arbeitszeit | Jeden Tag dieselben Zeiten, etwa 8 bis 16:30 Uhr | Der Betrieb, einmal für alle |
| Teilzeit | Weniger Wochenstunden, verteilt auf weniger Tage oder kürzere Tage | Vereinbarung mit der Person |
| Gleitzeit | Feste Wochenstunden, Beginn und Ende innerhalb eines Rahmens frei wählbar | Die Person, im Rahmen |
| Vertrauensarbeitszeit | Nur das Ergebnis und die Stundenzahl zählen, die Lage ist frei | Die Person |
| Schichtarbeit | Die Betriebszeit wird in Schichten geteilt, Beschäftigte wechseln sich ab oder rotieren | Der Dienstplan |
| Jahresarbeitszeit | Stunden für das ganze Jahr, in der Saison mehr, sonst weniger | Der Betrieb nach Saison |
| 4-Tage-Woche | Die Wochenstunden auf vier längere Tage verteilt oder insgesamt gekürzt | Der Betrieb, oft mit dem Team |
Im Büro lassen sich diese Modelle frei kombinieren. Wo Gäste und Kundschaft zu festen Zeiten kommen oder Maschinen laufen müssen, also in Gastronomie, Handel, Pflege, Hotellerie und Produktion, führt an Schichtarbeit kaum ein Weg vorbei. Teilzeit und Jahresarbeitszeit kommen dort dazu, Gleitzeit meist nur für die Verwaltung.
Die Grundbegriffe: Früh, Spät, Nacht
Die meisten Schichtmodelle setzen sich aus drei Bausteinen zusammen. In Produktion und Logistik sind die Uhrzeiten oft so verteilt:
- Frühschicht 06:00 bis 14:00
- Spätschicht 14:00 bis 22:00
- Nachtschicht 22:00 bis 06:00
Im Dienstplan stehen die drei meist als F, S und N; weitere Kürzel erklärt der Artikel Dienstplan Abkürzungen.
In Gastronomie, Handel und Hotellerie richten sich die Zeiten nach den Gästen: Ein Café öffnet um 7 Uhr, ein Restaurant braucht die Küche bis 23 Uhr, die Rezeption eines Hotels ist rund um die Uhr besetzt. Das Prinzip bleibt gleich, nur die Uhrzeiten verschieben sich.
Zwei Begriffe tauchen dabei ständig auf. Wechselschicht: Dieselben Beschäftigten arbeiten abwechselnd verschiedene Schichten. Konti, kurz für kontinuierlich: Der Betrieb läuft ohne Unterbrechung, auch nachts und am Wochenende.
In der Schweiz kommt ein dritter Begriff dazu, das Pikett: Mitarbeitende sind außerhalb ihrer Schicht erreichbar und rücken bei Bedarf aus. Wie Betriebe den Pikettdienst planen, zeigt der Artikel Pikettdienst planen.