Stempeluhr, Stechuhr und Kontrolluhr meinen dasselbe Gerät: eine Uhr, die festhält, wann jemand zur Arbeit kommt und wann er geht. Aus der Karte mit Uhrzeitaufdruck wurde der Chip am Terminal und daraus das Handy am Eingang. Dieser Artikel vergleicht die Arten und zeigt, was nach dem Stempeln mit den Zeiten passiert und woran Sie eine gute Stempeluhr erkennen.
Stempeluhr, Stechuhr, Kontrolluhr: ein Gerät, drei Namen
Stempeluhr kommt vom Stempel, den die Uhr auf eine Karte druckt. Stechuhr ist das umgangssprachliche Wort, dazu passt „stechen“ für das Stempeln selbst. Kontrolluhr ist der ältere Fachbegriff aus der Industrie. Heute spricht man auch von Zeiterfassungsterminal oder, wenn das Handy stempelt, von einer Stempeluhr-App. Es geht immer um dasselbe: einen Zeitpunkt für Kommen, einen für Gehen, oft auch für Beginn und Ende der Pause.
Kurze Geschichte: von der Stempelkarte zum Terminal
1888 entwickelte der Amerikaner Willard Bundy eine Uhr, die mit einem persönlichen Schlüssel die Ankunftszeit auf einen Papierstreifen druckte. Wenige Jahre später kamen Geräte mit Karten auf: Jede Person hatte ihre eigene Stempelkarte für die Woche oder den Monat, steckte sie morgens und abends in den Schlitz, und die Uhr druckte die Zeit in die nächste Zeile. Die Karten steckten in nummerierten Fächern neben der Uhr.
In Deutschland bauten unter anderem Hersteller in Schwenningen am Neckar solche Kontrolluhren. Das Prinzip hielt sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Dann ersetzten Magnetkarten, später Chips und Transponder die Pappkarte, und die Zeiten landeten in einer Software. Heute übernimmt immer öfter das Handy die Rolle der Karte.
Die Arten von Stempeluhren im Vergleich
| Art | So wird gestempelt | Auswertung | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Mechanische Stempeluhr mit Karte | Karte in den Schlitz, die Uhr druckt die Zeit auf | Am Monatsende jede Karte von Hand addieren | Rechenarbeit, Lesefehler, eine Kollegin kann die Karte mitstempeln |
| Elektronisches Terminal mit Chip | Chip, Karte oder Transponder an das Lesegerät halten | Software am PC oder in der Cloud | Gerät, Montage und Chips kaufen und verwalten, verlorene Chips ersetzen |
| Biometrisches Terminal | Finger oder Gesicht am Gerät | Software | Viele Teams lehnen Fingerabdrücke ab, das Gerät ist teurer |
| Stempeluhr-App auf dem Handy | Tippen in der App | Cloud, sofort sichtbar | Ohne Prüfung des Orts lässt sich auch von zu Hause stempeln |
| Tablet als Terminal | Code am Tablet mit dem Handy scannen oder PIN eingeben | Cloud, sofort im Stundenzettel | Das Tablet braucht Strom, Netz und einen festen Platz |
Die letzten beiden Zeilen lassen sich verbinden: Das Handy stempelt, der Ort wird über einen Code geprüft, den nur das Tablet am Eingang zeigt. So brauchen Sie kein Spezialgerät, und niemand stempelt vom Sofa aus.
Was nach dem Stempeln passiert
Eine Stempelzeit allein ist noch keine Arbeitszeit. Zwischen Uhr und Lohn liegen vier Schritte:
- Paare bilden. Jedes Kommen braucht ein Gehen. Fehlt das Ausstempeln, ist der Tag offen und muss geklärt werden.
- Pause abziehen. Entweder gestempelt oder als feste Minuten pro Schicht.
- In Dezimalstunden umrechnen. 7:45 wird zu 7,75, damit sich mit dem Stundenlohn rechnen lässt. Mehr dazu im Artikel Dezimalstunden und Industrieminuten.
- Mit dem Plan vergleichen. Wer früher kam, länger blieb oder fehlte, fällt erst im Vergleich mit dem Dienstplan auf. Daraus entstehen Plus- und Minusstunden, siehe Überstunden berechnen.
Bei der Kartenuhr erledigt das alles ein Mensch am Monatsende mit dem Taschenrechner. Ein digitales System erledigt die Schritte schon beim Stempeln, am Monatsende bleibt nur die Prüfung der Ausnahmen.