Bei Vertrauensarbeitszeit verzichtet der Betrieb darauf, Anwesenheit zu kontrollieren. Sie entscheiden selbst, wann Sie arbeiten und wie Sie Ihre Woche einteilen, gemessen wird das Ergebnis. Die vereinbarten Stunden gelten trotzdem. Damit das im Team funktioniert, braucht es ein paar klare Absprachen und eine ehrliche Stundenliste. Beides zeigt dieser Artikel, mit einem Beispielmonat.
Was Vertrauensarbeitszeit bedeutet
Der Name sagt, worum es geht: Der Betrieb vertraut darauf, dass die vereinbarte Arbeit in der vereinbarten Zeit erledigt wird. Es gibt keine Kernzeit, keine Stechuhr am Eingang und niemanden, der nachfragt, warum jemand um 15 Uhr gegangen ist. Im Vertrag stehen weiter Wochenstunden, zum Beispiel 40, und die Aufgaben, an denen die Arbeit gemessen wird.
Vertrauensarbeitszeit ist damit die freieste Form der Gleitzeit: ohne Rahmenzeit, ohne Kernzeit, oft ohne Zeitkonto, das jemand kontrolliert. Gerade deshalb braucht sie klare Absprachen über das, was sonst feste Uhrzeiten regeln.
Wo sie passt und wo nicht
| Passt gut | Passt schlecht |
|---|---|
| Projektarbeit mit klaren Ergebnissen und Fristen | Arbeit mit Öffnungszeiten: Kasse, Theke, Empfang |
| Vertrieb im Außendienst | Übergaben zwischen Schichten: Pflege, Küche, Produktion |
| Führungsaufgaben, Planung, Einkauf | Aufgaben, die eine feste Besetzung pro Stunde brauchen |
| Entwicklung, Text, Gestaltung | Neue Mitarbeitende in der Einarbeitung |
Die Faustregel: Muss ein Platz zu einer bestimmten Uhrzeit besetzt sein, regelt das ein Dienstplan. Muss ein Ergebnis zu einem Termin fertig sein, kann Vertrauensarbeitszeit funktionieren. Viele Betriebe haben beides: das Büro mit Vertrauensarbeitszeit, den Laden mit Dienstplan.
Fünf Regeln, die ein Team vorher klärt
- Erreichbarkeit. Zu welchen Zeiten sind alle im Team für Fragen da, auf welchem Kanal, und wie schnell wird geantwortet? Zum Beispiel: werktags von 10 bis 14 Uhr im Teamchat, Antwort am selben Tag.
- Ergebnisse und Termine. Was bis wann fertig ist, steht an einem Ort, den alle sehen. Ohne diese Liste wird Vertrauen zum Rätselraten.
- Stunden notieren. Wie und wie oft alle ihre Stunden aufschreiben, zum Beispiel einmal pro Woche als Summe pro Tag.
- Mehrarbeit. Ab wie vielen Stunden über dem Soll die Person Bescheid gibt, wer entscheidet und wie sie ausgeglichen wird.
- Abwesenheit. Urlaub und freie Tage werden beantragt, bevor sie beginnen. Wer krank ist, meldet sich am ersten Morgen. Alle im Team sehen, wer fehlt.
Starten Sie mit einem Team und einer Testphase von sechs Monaten. Danach wissen Sie, welche der fünf Regeln nachgeschärft werden muss.